Das Kaninchen
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Steckbrief
Aufgrund der Ähnlichkeit werden Kaninchen häufig mit Hasen verwechselt. Hasen sind aber größer und haben längere Ohren.
Charakteristik
Kaninchen sind Säugetiere und gehören zur Familie der hasenartigen Tiere. Sie sind somit keine Nagetiere. Es wird bei den Kaninchen unterschieden zwischen:der kleinen Rasse, die bis zu 3 Kilogramm Gewicht erreicht, der mittelgroßen Rasse, die bis zu 5 Kilogramm schwer wird und der Großrasse, welche ein Körpergewicht von bis zu 8,5 Kilogramm erreichen kann. Die mittelgroße Rasse ist allerdings mittlerweile vom Aussterben bedroht.
Aussehen
Typisch für ein Kaninchen ist der schwarze Rand an den Ohren. Das Fell hingegen kann unterschiedliche Farben haben: beige, braun, grau, schwarz oder weiß. Eine Besonderheit bei Kaninchen ist, dass ihre Schneidezähne ein Leben lang nachwachsen.
Herkunft
Die Kaninchen kommen ursprünglich von der Iberischen Halbinsel (Spanien und Portugal) und aus Teilen Nordafrikas. Im Mittelalter wurden sie nach Frankreich und auf die Britischen Inseln gebracht. Kaninchen sind heutzutage auf der ganzen Welt verbreitet.
Lebensraum
Kaninchen leben in geselligen Gruppen zusammen und legen unterirdische Bauten in sandigem Boden an. Diese können bis zu drei Meter tief und 45 Meter lang sein. Kaninchen sind Pflanzenfresser, die sich von Gräsern und Kräutern ernähren. Man findet sie in Grassteppen, Parkanlagen und lichten Wäldern.
Geschichte der Gattungen und Arten
Unsere Hauskaninchen stammen vom Europäischen Wildkaninchen ab, das mittlerweile fast über die ganze Welt verbreitet ist, weil es vom Menschen überall angesiedelt wurde. Mit der Züchtung verschiedener Hauskaninchenrassen wurde schon im 16. Jahrhundert begonnen. Damals dienten die Hauskaninchen hauptsächlich als Fleisch- und Pelzlieferanten. Später wurden verschiedene Größen der Hauskaninchen mit vielen verschiedenen Fellstrukturen und Farbgebungen gezüchtet. Inzwischen gibt es über 100 verschiedene Kaninchenrassen.
Lebenserwartung
Kaninchen werden in der Regel bis zu zehn Jahre alt, manchmal auch 12 Jahre alt.
Kommunikation
Kaninchen geben nicht wie Meerschweinchen ständig Laute von sich, sondern verständigen sich meist lautlos. Um sich zu begrüßen, stupsen sie sich mit der Nase an. Mit einem Nasenstüber sagen sie auch Hallo zu ihrem Menschen oder: Streichel mich! Durch Lecken am Kopf eines Artgenossen zeigen sie, dass sie sich gerne mögen. Das Gleiche gilt, wenn die Mümmler die Hand eines Menschen ablecken. Flitzt dein kleiner Freund durch die Gegend und macht Luftsprünge, behandelst du dein Kaninchen richtig. Denn damit sagt es: Ich bin gut gelaunt und es geht mir super!
Feinde
Zu ihren natürlichen Feinden zählen Füchse, Greifvögel, Eulen, Marder, Wiesel, Iltisse und Hermeline.
Nachwuchs
Die Paarungszeit ist abhängig vom Verbreitungsgebiet - in Spanien liegt sie zwischen Herbst und Frühling, in Mitteleuropa zwischen Februar und Juli. Kaninchen vermehren sich sehr schnell. Ein Weibchen kann fünf bis sieben Würfe pro Jahr austragen, da die Austragungszeit nur vier bis fünf Wochen beträgt. Bei jedem Wurf kommen durchschnittlich fünf bis sechs Jungtiere zur Welt.
Genaue Beschreibung des Nachwuchses und seiner Bedürfnisse
Das Weibchen legt für die Geburt abseits des Gemeinschaftsbaus die so genannte Setzröhre an. Die Neugeborenen kommen nackt und blind auf die Welt und wiegen nicht mehr als 40 bis 50 Gramm. Erst nach zehn Tagen öffnen sie ihre Augen und wenig später verlassen sie zum ersten Mal ihre Geburtsstätte. Nach etwa vier Wochen werden sie entwöhnt. Nach ihrem zweiten Lebensjahr pflanzen sie sich in der Regel das erste Mal fort.
Ernährung
Kaninchen ernähren sich in erster Linie von Gräsern, Kräutern, Rinden, Pflanzenwurzeln und Zweigen sowie von Blättern einiger Gemüsepflanzen. Das beste Nahrungsgebiet für Kaninchen ist eine schöne Kräuterwiese. Kräuter und Gras enthalten alle Nährstoffe, die sie benötigen. Daher brauchen Kaninchen bei der Haltung zu Hause unbedingt Heu, das ihnen Tag und Nacht zur Verfügung stehen muss. Ansonsten würde ihre Verdauung nicht funktionieren. Natürlich schmecken Kaninchen auch Karotten und Salat sowie Äpfel und Birnen. Zuviel Frischfutter ist aber nicht gesund und kann zu Verdauungsstörungen führen, an denen sie sogar sterben können. Wer ein Kaninchen bei sich zu Hause hält, sollte nicht auf Trockenfutter aus dem Handel verzichten, da dieses alle wichtigen Vitamine und Mineralien enthält.
Haltung
Generell heißt es, je größer das Gehege ist, desto besser und artgerechter ist es. Ein ca. 140 x 70 cm großer Käfig reicht für die Haltung von zwei Kaninchen. Daher wird diese Größe oft empfohlen. Kaninchen sollten immer paarweise gehalten werden. Es ist empfehlenswert, ein Häuschen in das Gehege zu stellen, in das sich das Kaninchen zurückziehen kann. Das Gehege sollte mit Hanfstreu, Strohpellets, Buchengranulat, Leinstreu oder normalem Kleintierstreu eingestreut werden, ca. 5 cm dick. Ein Kaninchen möchte aber nicht immer im Käfig sitzen und sollte auch mal frei herumlaufen können. Wenn man es im Winter in die Wohnung nimmt, sollte man es nicht unbeaufsichtigt laufen lassen, da es alles annagt, was ihm vor das Schnäuzchen kommt. Im Sommer kann man das Kaninchen in einem Freilaufgehege draußen laufen lassen. Dabei darf es nicht nur direkter Sonne ausgesetzt sein, sondern es braucht auch einen Schattenplatz.
Verhalten im Alltag
Kaninchen sind dämmerungsaktive Tiere. Jedoch kann man sie gelegentlich auch beim Sonnenbaden am frühen Morgen beobachten. Bei Gefahr können Kaninchen laut pfeifen und mit den Hinterbeinen auf die Erde klopfen - sie trommeln förmlich. Auf diese Art signalisieren sie den Artgenossen im Bau, dass die Gefahr noch nicht vorüber ist. Bei der Nahrungssuche kann es schon mal vorkommen, dass die Kaninchen bis zu fünf Kilometer zurücklegen. Dazu werden immer dieselben Wege benutzt, wodurch Pfade im Gras entstehen, die Wechsel genannt werden. Die Fortbewegungsart der Kaninchen besteht aus Springen und Hoppeln. Kaninchen sind Fluchttiere. Auf der Flucht vor Feinden schlagen Kaninchen Haken, indem sie sich beim Sprung in der Luft drehen. Ihr sehr gutes Gehör ist überlebenswichtig, um Gefahren in der freien Wildbahn rechtzeitig wahrzunehmen. Diese Fähigkeit wird dadurch unterstützt, dass sie in der Lage sind, beide Ohren unabhängig voneinander zu bewegen. Sie können das eine Ohr nach vorne richten und gleichzeitig mit dem anderen nach hinten hören. Zudem können sie gut sehen und haben einen sehr ausgeprägten Geruchssinn dadurch entgeht ihnen nichts.
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